Über Renard

Renard Volant ist Romancier

im Genre des Reasonable Gothic und des Diamodern Writing.

Seine Schriften durchziehen morbide, philosophische, politische, erotische, wissenschaftliche, surreale, historische, religiöse und psychologische Themen – stets getragen vom Geiste eines hedonistisch-moralischen Universalismus.
Die Themen seiner Arbeit umfassen Ebenen der Natur, der Gesellschaft und des Individuums – zentriert um die Frage nach Freiheit, als In- und Jenseits der Notwendigkeit.
Der Mord am gesellschaftlichen Gott und am Vaterland interessiert ihn ebenso grundlegend, wie das Ende der auferlegten Arbeit und des ernötigten Todes selbst.
Er liebt große Worte und tiefe Leidenschaften.

Die Erzählweise des Reasonable Gothic ist geprägt von Düsternis, Furcht, Trauer und Unbehagen – nicht als bloßer Selbstzweck, sondern als ästhetisches Mittel, um Konflikte darzustellen: innere, gesellschaftliche, natürliche.
Dabei sind die Geschichten oft bewusst traumhaft oder assoziativ hervorgebracht, ganz in psychoanalytischer Idee eines Verdrängten im Unbewussten, kann aber auch systemisch werden: einer inneren Logik folgend, die außerhalb des auktorial konstruierten Kosmos definiert wird.

Das Übernatürliche, wo es auftritt, bleibt dabei durchaus rätselhaft. Es gibt darum keine Dämonologie, keine Magie, keine Okkultismen als Erklärung – bloß Gesetz.
Stattdessen können sogar klassische Schauerfiguren, wie Vampire oder Geister – wo sie in Erscheinung treten – auf eine allegorische Ebene gehoben oder gänzlich ohne Erklärung belassen werden, womöglich im Mindesten bloß narrativ-immanent ob ihrer Gründe wissenschaftlich bespekuliert werden.
Doch dieses nicht aus Ermangelung an stumpfsinnigen Erklärungsversuchen, bekannt aus Film und Fiction, sondern um das Rätsel selbst, in seiner erdrückend-herausfordernden Form, erfahrbar zu machen.

In dieser Lücke aber liegt der rationale Kern des Genres:
Das Irrationale wird weder banalisiert oder mythologisiert, sondern will in seiner kränkenden oder befreienden Eigenschaft verstanden werden – als etwas, das nicht einfach aufgelöst werden kann, sondern als etwas, das es tief zu ergründen gilt: Mystik ohne Magie als Spekulation unter dem Vorbehalt der Wissenschaft.
Reasonable Gothic ist so eine Ästhetik des offenen Widerspruchs, eine Literatur, die das Unheimliche nicht einebnet, sondern in ein Verhältnis setzt – zum inneren Kosmos, zur Autorin, zur Leserin und der ihnen gemeinsamen Totalität.

Dies kann geschehen vor Allem in stilistischen Experimenten, in verkehrten oder übertriebenen Handlungsprämissen, in Fragmentierungen der Erzählung, in durchaus frustrierenden Perspektivwechseln, in unzuverlässigen Erzählrollen oder in einer Prosa, die selbst eine traumhafte Logik verfolgt.

Die Vernunft dieses Irrationalen liegt dabei nicht immer im Erzählten selbst.
Das Reasonable Gothic bedarf letztlich immer ein vernunftbegabtes und kritisches Publikum, das bereit ist sich dem Unverständlichen, dem Nichtidentischen, hinzugeben, um Geist und Potential freizulegen – ohne dabei aber den Skeptizismus empirisch-logischer Methodologie aufzugeben.

Doch auch Folgendes will gesagt sein:
Reasonable Gothic ist bei alledem doch nur Kunst. Es bringt nichts hervor als Fiktion und Affekt.
Es stellt sich der Menschenwürde freundlich zur Seite, doch verhilft nicht zu ihrer Geburt.

Wer den Fortschritt will, mag lesen was sie will.
Sie mag ihn erkennen in der aufgeklärten Schauerromantik – oder auch nicht.

Denn gesellschaftliche Veränderung bleibt vor Allem eines:

Emergente Tat.

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